Der Posaunenchor wurde im Jahre 1924 von dem Mechaniker Johannes Maurer gegründet. Die Bläser der ersten Jahre sind auf dem Gruppenbild des Jahres 1932 festgehalten.

 

Von links nach rechts: Christian Rempp, Erich Egeler, Johannes Maurer (Flaschner), Erwin Schäberle, Fritz Broß, Johannes Maurer (Chorleiter), Friedrich Maurer.
Hintere Reihe waren keine Bläser: Martin Maurer, Katharina Schäberle

Rückblick zum 90 jährigen Jubiläum am 16.11.2014

Es war im Jahre 1924 als der Mechaniker Johannes Maurer in Öschelbronn den Posaunenchor gründete. Er fand ein paar Männer aus unserer Kirchengemeinde, die sich von ihm zum Erlernen von Blasinstrumenten begeistern ließen.

Nach den schwierigen Gründungsjahren und den Folgen des zweiten Weltkrieges war es im Sommer 1945 Johannes Maurer, der erneut den Anstoß zum Weiterführen des Posaunenchors gab.

Die ersten Bläser nach dem Krieg waren Johannes Maurer, Walter Maurer, Walter Eitelbuß, Albert Walz, Fritz Maurer, Reinhold Rempp und Hans Maurer.
Ihr erster Auftritt war am Totensonntag 1945  im Kirchturm hoch oben bei den Glocken.
An Weihnachten 1945, nur ein halbes Jahr nach Kriegsende, waren die sieben Männer als Kurrendebläser zum Lob Gottes und zur Freude der Einwohner an verschiedenen Stellen im Dorf unterwegs.

Unvergesslich war für sie die Teilnahme am 1. Posaunentag 1946 in Ulm, wo um das Münster herum noch nicht alle Trümmerhaufen beseitigt werden konnten.

In den Folgejahren übernahm Reinhold Rempp als Dirigent den Chor. Leider zog er Ende der fünfziger Jahre aus beruflichen Gründen nach Balingen. Der Chor war dadurch ohne festen Dirigenten. Der damalige Lehrer Heinz Schloz war bereit, bei den Chorproben die Einsätze zu geben.

In den Gottesdiensten konnte nur geblasen werden, wenn Reinhold Rempp als Dirigent und Bläser mit anwesend war. Im Allgemeinen konnten nur zwei Lieder begleitet werden, da es bläserisch noch nicht für den ganzen Gottesdienst reichte. In dieser dirigentenlosen Zeit halfen immer wieder verschiedene Bläser aus Bondorf aus.

Höhepunkte dieser Jahre waren die Landesposaunentage 1960 und 1962 in Ulm.

Im Jahre 1963 konnte Walter Eitelbuß den damaligen Lehrer Rudolf Lorenz für die Arbeit des Chorleiters und Dirigenten gewinnen. Unter seiner Führung erlebte der Posaunenchor einen besonderen Aufschwung, da er einige seiner Schüler für die Posaunenarbeit begeistern konnte. So wurde in diesen Jahren der Chor mit 15 Jungbläsern verstärkt, von denen heute noch viele zum jetzigen Stamm gehören.

Nur drei Jahre dauerte seine Aufbauarbeit. Schon im Frühjahr 1966 wurde Herr Lorenz nach Wangen bei Göppingen versetzt. Damit begann erneut die Suche nach einem geeigneten Dirigenten.

Nach einiger Überlegung innerhalb des Chores war man sich schnell einig, den „Allroundbläser“ Albrecht Weimer, der seit Juni 1960 im Chor sehr aktiv war, für dieses Amt vorzuschlagen. Walter Eitelbuß hatte ihn 15-jährig mit hartnäckiger Liebenswürdigkeit zum Chor geworben. Große Erleichterung war nach seiner Zusage als Dirigent und Chorleiter bei den Bläsern zu verzeichnen. Dieses Amt begleitete er mit großer Ausdauer 46 Jahre lang.

In dieser langen Zeit hat er über 80 junge Bläserinnen und Bläser ausgebildet. Viele neue und anspruchsvolle Stücke haben wir unter seiner Leitung erlernt. Auch beim geselligen Zusammensein des Chores war und ist er immer vorne mit dabei. Welch riesengroßen Zeitaufwand er dabei geleistet hat, können wir nur dankbar anerkennen.

In der Zeit um 1990 hatte unser Chor die höchste Anzahl an Bläserinnen und Bläser. Es waren 35 Chormitglieder registriert, davon 5 Bläserinnen. In dieser Zeit hatten wir auch die meisten Einsätze im Jahr zu verzeichnen.

Für seine Leistungen wurde Albrecht vom Evangelischen Jugendwerk in Württemberg im Jahr 2006 mit dem goldenen Bläserabzeichen und im Jahr 2010 mit der Kuhlo-Medaille ausgezeichnet.

Aus gesundheitlichen Gründen und nach dem Tod seiner lieben Frau äußerte Albrecht immer wieder den Wunsch, das Dirigentenamt  abzugeben und in die Reihen der Bläser zu wechseln.

Und so hatten wir im Januar 2013 wieder einen Dirigentenwechsel. Erfreulich war es für uns Bläser, als wir unsere neue Dirigentin Jennifer Seiler aus Deckenpfronn einsetzen konnten. Sie hat uns schon bei unserem Jubiläumsgottesdient im September 2012 dirigiert.

Seit mehreren Jahren, so wie auch heute, begleiten die Posaunenchöre Tailfingen und Öschelbronn gemeinsam verschiedene kirchliche und bürgerliche Veranstaltungen in Gäufelden.

Seit Ende der Sommerferien bilden wir unter der Leitung von Tobias Schäberle auch wieder Jungbläser aus. Wir wünschen uns, dass noch mehr junge Menschen Freude am blasen eines Instrumentes bekommen und das Angebot unserer Ausbildung wahrnehmen. Ebenso würden wir uns freuen, wenn das heutige Jubiläumskonzert einige unserer ehemaligen Bläserinnen und Bläser einen Impuls zum Wiedereinstieg geben würde.                             

Zurzeit sind wir 19 Bläser, die sofort reagieren, wenn die einzige Frau im Chor den Taktstock hebt.

Ja, wir sind dankbar, dass wir als Posaunenchor weiterhin die Möglichkeit haben,   Soli deo Gloria – allein zur Ehre Gottes, seine gute Botschaft zu verkündigen.
Reinhold Lehmann