Am Ortsrand von Öschelbronn in Richtung Tailfingen liegt die Alte Kirche. Das typische altwürttembergische Ensemble aus Kirche und Pfarrhof wird durch das Mesnerhaus (heute in Privatbesitz) und die ehemalige Schule vervollständigt. Das Pfarrhaus des 18. Jahrhundert mit Krüppelwalmdach und alemannischem Fachwerk bildet zusammen mit der Pfarrscheuer und dem Waschhäuschen eine geschlos-sene Anlage, die zur Straße hin von einer Sandsteinmauer begrenzt wird.

1790 wurden weitere Bänke beschafft, da für die laut Seelenregister 305 Frauen in Ober- und Unteröschelbronn nur 177 "Weiberstühle" vorhanden waren. Eine wichtige Veränderung geschah 1881/82, als im Kirchenschiff ein Holzgewölbe eingezogen und eine zweite Empore errichtet wurde. Zu dieser späthistoristischen Ausstattung gehört auch der neugotische Orgelprospekt auf der Altarempore, ein Werk des Orgelbauers Johann Heinrich Schäfer aus Heilbronn.

Im 11./12. Jahrhundert wurde im damaligen Unteröschelbronn eine romanische Wehrkirche gebaut, die im Jahr 1275 erstmals urkundlich erwähnt ist und seit 1318 "Unser Lieben Frau" geweiht war. Bei einem Umbau im gotischen Stil im 13./14. Jahrhundert wurde der Kirchenbau verlängert und erhielt den jetzigen massiven Turm. Das unterste der drei Stockwerke hat ein einfaches Kreuzgewölbe, auf dessen Schlußstein ein Christuskopf abgebildet ist.
Mit Einführung der Reformation erfolgte der Umbau zur Predigtkirche: Im Langhaus wurden Fenster eingebrochen und eine Empore eingezogen. Diese mußte 1760 neu eingeteilt werden, da wegen der gestiegenen Einwohnerzahl der Platz in der Kirche nicht mehr ausreichte. Aus diesem Jahr stammt auch das Altarkruzifix von Hilarius Geiger aus Rottenburg.

1972-1974 wurde in der Ortsmitte ein modernes Gemeindezentrum gebaut. Der Abbruch der Alten Kirche war bereits beschlossen, nachdem Gutachter festgestellt hatten, das Holzwerk der Kirche sei wurmstichig. Doch nach weiteren Untersuchungen erwies sich die Bausubstanz stabiler als gedacht. Von 1984 bis 1986 wurde weitgehend in Eigenleistung eine vollständige Außen- und Innenrenovierung durchgeführt.

Das Gemälde auf der Stirnseite der Orgelempore mit einer Darstellung der Apostel stammt von Dr. Wolfgang Stock, dem Patenonkel eines Sohnes von Pfarrer Gerhard Lauffer (Amtszeit in Öschelbronn von 1932 bis 1943). Unter seiner Regie wurde 1940/41 die romantische Schäferorgel durch Umbauten barockisiert und nach hinten versetzt, um Platz für Choraufführungen zu schaffen.

Dieser Erfolg wurde nur möglich durch den Einsatz der Kirchengemeinderäte und der Öschelbronner Bürger und Vereine. Die Baukosten hatte die Kirchengemeinde größtenteils selbst aufzubringen. Auch wenn die regelmäßigen Gottesdienste im Gemeindezentrum stattfinden, so bleibt die Alte Kirche doch ein besonderer Anziehungspunkt. Sie wird von Mai bis September für Frühgottesdienste, Trauungen, Erntebetstunde und Erntedankfest sowie für Kirchenkonzerte genutzt.

 

Führungen sind nach Absprache mit dem Pfarramt gerne möglich.

Nicht nur menschliche Besucher...

hat unsere Alte Kirche, 

 

immer im Frühjahr, kommen Dohlen, Turmfalke, Schleiereulen um dort zu Nisten.

 

Schon im Psalm 84,4 heißt es:

 

Der Vogel hat ein Haus gefunden

und die Schwalbe ein Nest für ihre Jungen

deine Altäre, Herr Zebaoth,

mein König und mein Gott.

 

Unser Stolz sind die drei Paare Turmfalken, die zur Zeit nisten.

 

 

Herr Gerhard Müller vom NABU hat uns seine Fotos zur Verfügung gestellt.

Vielen Dank!

 

 

Die Fotos können Sie anschauen oder für sich privat ausdrucken.

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